R.R.Martin – Das Lied von Eis und Feuer – erste Eindrücke

Ich habe natürlich, wie viele andere, die Saga erstmal als interessant wahrgenommen. Unter anderem liegt es daran, dass durch die Medien kolpoltiert wurde, dass die Saga durch ihr episch-aufgefächertes Personal quasi „unendbar“ ist, da es immer mehr Nebenhandlungen gibt, die ewig gehen könnten. Das klang erstmal spannend…und so kaufte ich mir den ersten Band als Taschenbuch. Dies geschah übrigens BEVOR ich die erste Folge der HBO- Verfilmung gesehen habe.

Ich hab mich also hingesetzt und gab dem Buch eine Chance…und das Buch verfehlte seine Vorschuss-Lorbeeren. Ich konnte mir kein Bild vom Personal machen, keine der Figuren war für mich irgendwie besonders. Die einigermaßen ungewöhnlichen Namen, die ich von anderen Fantasywerken bereits gewöhnt war,  taten bei der Verwirrung ihr übriges. Was allerdings total stimmt: Das Personal ist reichhaltig und ausreichend vorhanden, was bei mir (als Literaturwissenschaftlerin), aber wirklich zu krampfhaftem, vokabelmäßigen auswendiglernen der Namen geführt hätte. Doch auch das hätte kaum weitergeholfen, denn die ungewöhnlichen Namen wurden, ohne notwendigkeit und ohne in einem Halbsatz darauf einzugehen, abgekürzt. So wurde aus „Eddard Stark“, einfach mittendrin irgendwann mal „Ned“, wo ich und sicher auch einige andere „ED“ intuitiver gefunden hätten. Ebenso hätte ein „Eddard wurde schon in seiner Jugend von Freunden immer ED gerufen…“ oder ein ähnlich kreativer Satz hier auch zur Aufklärung beigetragen. Insgesamt wäre ein Anhang mit Verwandtschaftsbeziehungen wünschenswert gewesen. Nach 30-40 Seiten, in denen auch nicht allzuviel Spannendes passierte, habe ich das Buch in die Ecke gelegt und war nicht gewillt, es wieder zur Hand zu nehmen.

Nachdem ich allerdings die HBO-Verfilmung gesehen habe (die erste Staffel), bin ich schon wieder geneigt, meine Meinung etwas zu relativieren. Nun haben natürlich die Figuren ein Gesicht und die Identifikation ist nun einfacher. Da das bei Verfilmungen nun nicht weiter verwunderlich ist, muss man das ganze also etwas differenzierter betrachten. Durch die Verfilmung müsste nun also der totale Lesespaß anfangen, wenn das Buch zur Hand genommen wird. Doch es ist, wie es mit vielen Verfilmungen läuft: Die Verfilmungen sind in so handlichen Dosen, dass man auch gern mal an einem Wochenende eine ganze Staffel gucken kann. Wenn ich nun das Buch zur Hand nehme und die entsprechenden Teile schon im TV gesehen habe, dann führt das bei mir dazu, dass ich die Handlung einfach überfliege und im Geiste einfach die Szenen aus dem TV herauf beschwöre. Damit nimmt man dem Buch also die gesamte Macht, die Vorstellungskraft zu aktivieren. Es ist lediglich ein widerkäuen der TV-Version.

Fazit: Es ist sehr schade, dass dieses Epos literarisch (für mich) nicht funktioniert, da ich gern mal wieder einen guten Fantasyroman gelesen hätte. Die HBO-Serie ist sehenswerter und leichter zu verdauen. ….ich hätte nicht gedacht, dass ich mal sagen würde : „Schaut euch die Filme an und spart euch die Bücher“…wirklich schade!

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Ein Kommentar zu “R.R.Martin – Das Lied von Eis und Feuer – erste Eindrücke

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