Eine Klosterstadt aus dem 9.Jahrhundert im 21. Jahrhundert

Eine Klosterstadt aus dem 9.Jahrhundert im 21. Jahrhundert

Ein großartiges Projekt wurde jetzt bei Planet Wissen präsentiert:

Seit 2013 wird der Klosterplan St. Gallen originalgetreu nachgebaut und zwar genau so, wie die Klosteranlage im berühmten Plan aus dem 9. Jahrhundert aufgezeichnet ist. Die Idee dazu hatte der Journalist Bert M. Geurten. Nach dem Vorbild eines Burgnachbaus im französischen Guédelon soll die Klosterstadt in Meßkirch am Bodensee mit den Baumethoden und dem Baumaterial des frühen Mittelalters entstehen. Das Projekt wird von Campus Galli e.V. getragen, einem eingetragenen Verein, der mithilfe öffentlicher Zuschüsse das Bauvorhaben begonnen hat. Im April 2014 soll zunächst die Klosterkirche aus Holz gebaut werden. Für das Projekt wurden 24 Hektar Land in Meßkirch gepachtet. In 19 Stationen sollen die verschiedenen Handwerker ihre Arbeit verrichten, so wie man das im frühen Mittelalter tat. Das gesamte Baumaterial und Werkzeug wird selbst hergestellt. Selbst das Eisen wird aus dem Bohnenerz vor Ort gewonnen. Die Baustelle kann von den Besuchern gegen Bezahlung besichtigt werden. Auch das aktive Mitbauen der Besucher wird im künftigen Campus Galli möglich sein.Die gesamte Bauzeit für das Kloster beträgt etwa 40 Jahre.

Das ist doch eine großartige Sache: Ein naturgetreuer Neubau einer alten Klosterstadt zum Erleben und Anfassen, ohne dass man ständig auf Glaskästen starrt, hinter denen wirklich alte Mauern lagern. Finde ich wunderbar. Wenn das mal richtig im Gange ist, werd ich meine bessere Hälfte sicher mal dahin schleifen. 🙂 40 Jahre find ich unter den Gegebenheiten mit alten Hilfsmitteln schon sehr optimistisch, aber die Organisatoren werden das schon für die Zuschüsse ordentlich durchgeplant haben.Ein ähnliches Projekt gibt (gab?) es auch schon in Frankreich, wie ich auf ARTE mal gesehen habe. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das mittlerweile abgeschlossen ist, oder beendet werden musste, weil Mittel fehlten. Hoffen wir, dass die Zuschüsse nicht plötzlich für andere Projekte vergeben werden und dann die Baustelle auf ewig eine Baustelle bleibt, die dann auch niemand mehr besichtigen darf.
Ist sicher auch für Mittelalterfans spannend und vielleicht lässt sich das ganze dann auch in diese Richtung „vermarkten“, wenn das möglich ist. Spannend!
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2 Kommentare zu “Eine Klosterstadt aus dem 9.Jahrhundert im 21. Jahrhundert

  1. berrynaeht sagt:

    Ich stelle es mir schwierig vor, alle „alten“ Techniken heute wirklich noch gut zu beherrschen – ich denke, da ist bereits viel handwerkliches Wissen im Lauf der Jahrhunderte verloren gegangen. Schaut man sich z.B. Handarbeiten aus dem Mittelalter an, so wäre wahrscheinlich heutzutage kaum jemand in der Lage, das so hinzubekommen. Das ist ein recht ehrgeiziges Projekt, dieser Nachbau!
    LG, Berry

    • kaywinnitlee sagt:

      Ich geb dir vollkommen recht, die alten Techniken wird wohl kaum noch jemand können. Das spannende wäre ja eigentlich, ob das Bauwerk dann genau so lange steht, wie die „richtigen“ mittelalterlichen Gebäude. Das werden wir ja leider nicht mehr erleben. Ich fürchte allerdings, dass das entweder mangels Geld nicht fertig wird oder schlicht nicht die gleiche Beständigkeit besitzt. Beides wäre schade.

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