gelesen: Lesley Turney „Die fremde Frau“

Für alle Freunde von den Geschichten im Stile von Kate Morton, oder Lucinda Riley sei hier ein spannendes Buch empfohlen, dass mir neulich in der Stadtbibliothek in die Hände fiel.

Zunächst der Klappentext:

„Wenn aus Liebe Angst wird- und den Geliebten ein dunkles Geheimnis umgibt.

Sarah lässt alles hinter sich, um mit dem faszinierenden Alex ein neues Leben zu beginnen. Sie zieht zum ihm in sein abgelegenes englisches Landhaus. Doch überall begegnen ihr die Spuren einer mysteriösen Vergangenheit- und die Schatten von Alex´verschwundener Ehefrau. … Eine packende, düster-romantsiche Geschichte um Liebe, Verrat und die Geheimnisse, die selbst jene, mit denen wir zusammenleben im Innersten verborgen halten.  “

Im Normalfall wird ein solches Buch meine Aufmerksamkeit nicht erregen, da grad nach dem ersten Satz das ganze Buch als Schmonzette abtue und mich nicht mit Schnulzen beschäftigen will. Ich mag dieses Genre eben nicht und reagiere gerade zu allergisch darauf. Doch die verschwundene Ehefrau hat es mir angetan und so fing ich an zu lesen.

Kurzer Plottüberblick:

Sarah und Alex treffen sich im Sizilienurlaub, wo beide von ihren Partnern getrennt im gleichen Hotel nächtigen. Durch romantische Bemühungen des Umfelds, kommen die beiden sich näher und es kommt zum im Klappentext bereits erwähnten Tapetenwechsel für Sarah. Es geschehen mysteriöse akustische und optische spannende Phänomene, die zu psychischen Zusammenbrüchen und man denkt, „ach klar, der Typ muss es sein…“ doch erstens kommt es anders  und zweitens als man denkt. Ich denke, das Ende sorgt für Überraschungen und Schläge an die Stirn. 🙂

Ich kann für dieses Buch eine Leseempfehlung aussprechen, wenn man mal was spannendes für zwischendurch braucht.

Soweit so gut. Diejenigen unter euch, die sich noch ihre eigene Meinung zu dem Buch bilden wollen, oder es gar zu Hause haben,sollten nun aufhören zu lesen, da nun meine Einschätzung folgt und da leider auch ein paar Handlungsdetails vorkommen. Also akute Spoilergefahr ab hier.

Wer das Buch schon kennt, darf natürlich besonders gern weiterlesen und seine Meinung in den  Kommentaren hinterlassen.

Die Geschichte ist wirklich nett gemacht und gerade die Situierung in der englischen Landschaft hat´s bei mir natürlich sehr leicht, weil ich dieses Setting vom Prinzip sowieso schon mag. Das zarte Liebespflänzlein, dass mal stark, mal schwach zum tragen  kommt, ist mir manchmal etwas zu rosarot,  als Rahmenhandlung aber in Ordnung. Alex gehört als Schwiegersohn zu einer altehrwürdigen Familie, die mit ihrem Steinbruch viel Geld verdient und verdient hat. Um das Unternehmen ranken sich Geheimnisse, die schön spukig inszeniert werden.

Vorteilhaft sind die paranoiden Elemente, wenn Sarah denkt, sie würde von der verschwundenen Ehefrau durch beschriebene Spiegel nach der Dusche, oder durch Schnaufen im Telefon kontaktiert. Da gruselts einen schon ein bisschen, obwohl es sich hierbei natürlich um die plattesten Klischees aus der Gruselkiste handelt. Hier macht aber die Schlagzahl der Ereignisse wiederum Boden gut, in dem diese Ereignisse immer knapp aufeinander folgen und so die Dramaturgie verstärken. Das ist eben Vor- und Nachteil zu gleich: gut erzählte Klischees bleiben halt trotzdem Klischees. Paradebeispiel gefällig?

Sarah sucht im dunklen Haus den Sicherungskasten in einem tosenden Gewitter. Alles knirscht und knarzt. Ihr fällt ein, dass der Sicherungskasten im Keller ist. Sie schließt die Kellertür auf und fühlt sich gleich unwohl, weil sie dieses Kellerloch noch nie bei Tag gesehen hat. Sie greift die Taschenlampe am Ende der Treppe und geht runter. Sie kramt und sucht im Keller und „rrrrummps“ die Tür ist zu und sie verfällt in Panik. Auf einmal wird es um Sie herum dunkel.

Der Leser weiß nicht, Schlag auf den Kopf oder nur Kopf gestoßen? Das ist doch mal ganz übler Hollywood-Grusel oder? Es gibt in diesem Buch einige solcher Stellen, die wie aus einem Hollywood-Thriller wirken. Das ist zwar nicht ideal, ruiniert aber das Buch unterm Strich nicht.

Das Ende ist jetzt nicht das, mit dem der Leser gerechnet hat, aber das war wiederum schon vorauszusehen, weil die Autorin mit solcher Inbrunst eine bestimmte Figur als Täter präsentieren wollte, dass es eben nicht diese Figur sein konnte. Wäre dem so gewesen hätte das Buch nur 100 Seiten und wäre unterirdisch.:)

Zu Beginn des Buches würde ich dem Buch von 10 möglichen Punkten 4 Punkte geben, weil es mir zu schnulzig anfängt. In der Mitte steigert es sich dann langsam auf 7 Punkte, die auch bis zum Ende stehen bleiben.

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Ein Kommentar zu “gelesen: Lesley Turney „Die fremde Frau“

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